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Via Bernina Teuflische Aussichten / September 2019

Aktualisiert: 17. Nov 2019

Eine weitere Woche im Engadin. Kreuz und quer unterwegs mit der Rhätischen Bahn.



Wieso die Diavolezza so heisst, weiss ich im Moment noch nicht. Egal, ich frag später Dr. Google. Auf alle Fälle ist der Ausblick von 2'972 Metern über Meer teuflisch schön. Oder doch einfach himmlisch? Durch den Nebel lugen immer mal wieder u. a. das Berninamassiv oder der Persgletscher. Mit der Gondel geht es runter zum Start der Etappe Diavolezza nach Pontresina der Via Bernina. Wie eine unüberwindliche Wand steht der Aufstieg zur Fuorcla Pischa. Würde die Sonne nicht so freundlich scheinen, wäre ich versucht an Mordor zu denken.


Wie eine unüberwindliche Wand steht der Aufstieg zur Fuorcla Pischa. Würde die Sonne nicht freundlich scheinen, wäre ich versucht an Mordor aus "Herr der Ringe" zu denken.

So aber zeigt sich ein schmaler Wanderweg, der stetig, steil und durch Blumenwiesen rund 700 Höhenmeter hinauf führt. Der Blick über die Kante geht über eine farbenprächtige Steinwüste. Farbenprächtig, weil uns die verschiedenen Gesteine in grau, grün, braun oder roten Farben in Empfang nehmen.


Leider zeigt sich von der «grössten Steinbockkolonie der Schweiz» (so ein touristischer Anbieter) gerade mal ein Tier. Und das auch nur in grosser Entfernung. Macht nichts, die Landschaft hier ist in ihrer kargen Schönheit atemberaubend. Gemütlich geht es dem Hang entlang bis zum Wegweiser der einen Abstecher auf den Piz Languard verspricht.


Diesen anstrengenden Aufstieg sollte man sich aber gönnen. Trittsicher sollte man sein und keine Höhenangst kennen. Wir haben Glück und die Aussicht vom 3261 hohen Gipfel ist fantastisch. Weit unten schauen wir per Feldstecher einem Rudel Gämsen beim rumtollen zu. Fantastisch ist übrigens auch der Espresso in der Georgy’s Hütte.


Wohl der beste Kaffee, den es in einer Schweizer Berghütte zu trinken gibt.

Teilweise steil runter führt der Weg weiter in Richtung Alp Languard. Hier begegnen wir auch vermehrt anderen Wanderern, wohl auch auf der Suche nach Steinböcken. Natürlich gäbe es den Weg unten durchs Val Languard. Hier oben aber ist die Aussicht besser.


Für einmal lassen wir das Kuchenbuffet im Restaurant Alp Languard links liegen und lassen uns mit dem Sessellift gemütlich nach Pontresina runter schaukeln.


Übrigens: Ich habe nachgeschaut. Der Namen Diavolzza heisst "Teufelin" und so benannten die Bewohner der Region in alter Zeit die Bergfee, die im und auf dem Gletscher des Mont Pers (verlorener Berg) lebte. Dies aus gutem Grund.


Verschwanden doch hier regelmässig Jäger, die die Fee beim Baden beobachteten. So auch der junge Aratsch. Ihn schien Diavolezza aber besonders gern gehabt zu haben. Trägt der Wind doch auch heute noch die Klage "Mort ais Aratsch" (Aratsch ist tot). So kam die Alp und ein weiterer Gletscher zu ihrem Namen "Morteratsch".



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