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Unterwegs auf vier Rädern - im Wallis

Aktualisiert: März 14


1. Kleines Haus auf Rädern

Wir wollten es ja wissen. Eng, enger, WoMo! Eine Woche mit Schwager Bielis Wohnmobil im Wallis unterwegs. Glücklicherweise schien die meiste Zeit die Sonne, und wir verbrachten die Zeit vorzugsweise draussen.


Für vier (teilweise ausgewachsene) Personen ist das Gefährt doch etwas eng. Dafür war unser Platz auf dem Zeltplatz in Visp sehr grosszügig. Der Ort hatte es uns angetan, und wir blieben für die ganze Woche dort. Nur den Wind, der immer pünktlich am Nachmittag einsetzte, konnte niemand abstellen.


2. Die Berge sind scheu

Der erste Ausflug führte uns nach Zermatt. Oberhalb vom dörflichen Touristenmagnet befindet sich die Station Sunnegga, die ihrem Namen an diesem Tag keine Ehre machte. Matterhorn und Co. verhüllten sich scheu hinter undurchdringlichem und feuchtem Nebel. Also fuhren wir noch einen Stock höher zum „Blauherd“. Blau war heute weiss und befand sich irgendwo zwischen Himmel und Erde. Die plötzlich auftauchende Rothornbahn schien aber der direkte Weg in den Himmel zu sein. Sie verschwand jedoch wieder so geräuschlos wie sie gekommen war im endlos scheinenden Nichts.


3. UNESCO Welterbe Aletschgletscher

Wie ein schlafender Wal liegt er da. Der Gletscher. Vor Tausenden von Jahren hierher gespült. Langsam zieht er sich zurück. Es wird ihm zu warm. Wie selbstverständlich. Wir Menschen krabbeln auf ihm herum wie Käfer. Dem Eis ist das egal. Wir waren fasziniert und konnten uns nicht satt sehen am „ewigen“ Eis.

An seiner dicksten Stelle beim Konkordiaplatz ist der Aletschgletscher stolze 900 Meter dick. Faszinierend auch die blaue Farbe des frischgebrochenen Eises. Der Mensch, der zwischen Schnee- und Eisblöcken hindurchhuscht, verschwindet in der Bedeutungslosigkeit.



Märjelesee Der Frühling hatte uns wieder. Bunter Bergflor und summende Insekten überall um den See, der heute mehr Tümpel ist als See.





Ganz in der Nähe befindet sich ein rund ein Kilometer langer Stollen. Der 1895 fertiggestellte Tälligrattunnel.

Dieser war ursprünglich als Entwässerungsstollen des Märjelensees gedacht. Heute lässt sich so die Wanderung nach Fiesch auf unterhaltsame Weise etwas abkürzen. Die Brunnerfrauen wagten den Schritt in den dunklen und überaus nassen Berg. Das bisschen Licht drin im Tunnel war mehr lästig und behinderte mehr als das es half.

Mittendrin die heilige Barbara, die Schutzheilige der Mineure. Sie wies uns den Weg und entliess uns kurz darauf in die warme Sonne zurück. Urs machte es derweil wie die Steinböcke und kletterte über die Höhe.


4. Walliser Freiluftmuseum

Wir gingen heute für einmal getrennte Wege. Nadja und ich suchten in der Ortschaft Ernen die Historie. Zugegeben, ich hatte etwas verklärte Erinnerungen an ein Klassenlager meiner Jugend. Damals besuchte ich das Dorf mit der Schule und hatte den Ort als etwas ganz Besonderes und Wundschönes im Gedächnis.

Mein heutiges Fazit lautet: «Na ja! Hübsch ist der Ort immer noch. Aber es gibt andere Dörfer im Wallis, die Ernen in nichts nachstehen und die lebendiger wirken».



Wir blieben auf dem Friedhof hängen, der über eine sonderbar attraktive Ausstrahlung verfügte, und so gar nichts Gruseliges an sich hatte. Die Zweitgeborene scheint bereits die morbiden Vorlieben ihrer Mutter zu teilen.




Luzia und Urs suchten in Saas Fee die Steinböcke und fanden im Nebel die Britannia Hütte und auch die Gehörnten.


5. Spiegeleien auf 2'537 M.ü.M.

Wir alle kennen die Fotos vom berühmten kleinen Stellisee, in welchem sich das majestetische Matterhorn spiegelt. Ich wollte endlich diesen See mit den Spiegeleien seiner Hoheit, dem Matterhorn, selbst sehen. Der fünfzehnminütige Spaziergang vom Blauherd kann man nicht als Wanderung bezeichnen. Dort angekommen, kräuselte ein vorwitziger Lufthauch permanent die Wasseroberfläche. An ein Spiegelbild war dabei nicht zu denken.


Egal, der Berg – und die Sicht darauf - wird absolut nie langweilig. Auch als die ersten Wolken damit begannen, ihre Majestät langsam in einen Mantel aus flauschig wirkendem Nebel einzuwickeln, blieb der Anblick atemraubend.

Hörnlihütte Nadja hatte sich in den Kopf gesetzt zur Hörnlihütte zu klettern. Eine Idee, welche von Papa Urs begeistert unterstützt wurde. Dort gab es für beide jedoch keine Hörnli sondern Rösti als Stärkung.




6. Gletscher, Bahnen und Touristen.

Trotz der Touristenströme. Wir gönnten uns dreimal Zermatt in einer Woche. Die Gletscher und die imposante Bergkulisse stört es nicht, wie viele Japaner, Chinesen, Russen oder eben Brunners ihnen zuschauen beim Warten auf die Zeit. Wir nahmen die Bahn hinauf aufs Gornergrad. Während im Ort noch angenehme 16 Grad herrschten, fröstelten wir oben auf 3’090 Meter über Meer bei rund drei Grad.

Das Hotel auf dem Grad trotzt seit über hundert Jahren der unwirtlichen Umgebung. Scheinbar unbesiegbar und zeitlos, steht der Bau auf dem Grad des Gornergradgletschers. Lächelte uns der Gletscher da soeben zu? Dies schien ein gutes Zeichen zu sein. Heute waren wir hier willkommen.



7. Vier Räder auf der Heimreise

Das Bieli- Mobil hatte unsere Touren immer brav mitgemacht. Es hat durchaus praktische Seiten, den ganzen Haushalt immer dabei zu haben. Ausserdem ist das Gefährt handlich. So handlich, dass wir beschlossen, als Abschluss unserer Ferien über den Furkapass nach Hause zu fahren.

Per Zufall begegneten wir - inmitten der Bergwelt mit ihrer klaren und frischen Luft - der seit 1914 über den Pass dampfenden und qualmenden Dampfeisenbahn. Ein rauchendes, blau-gelbes und lärmendes Jöööö, welches nicht nur Bähnler begeistert.


Und noch ein Abstecher, der sich lohnte. Derweil die Girls lieber im WoMo „abhängten“, marschierten Urs und ich zur Eisgrotte.


Gleich beim historischen Hotel „Belvédère“ befindet sich auch eine Eishöhle, die seit 1870 regelmässig neu rausgeformt wird aus dem Gletscher. Hier lässt der Rhônegletscher rund 100 Meter weit einen Blick in sein Inneres zu.




Im Gletscher drin herrscht zu jeder Tageszeit blaue Stunde. Das allgegenwärtige Wasser formt das Eis in schönste Skulpturen.



Die jetzt im Sommer ehemals weissen Tücher, die grosszügig über dem Gletschereis aufgespannt sind, sind nicht als Kunstinstallation gedacht. Es sind auch keine Beduinenzelte, sondern Schutz vor der Sonne. Trotzdem hatte die Szene für uns etwas Kunstvolles.


Der Campingplatz in Visp als «Basiscamp» hat sich bewährt. Wir denken immer wieder gern zurück an diese sonnige Woche in den Schweizer Alpen.



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