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Studienreise Hüttentour GR für Reiseveranstalter Eurotrek

26. August Naturfreundehaus Clavadel Tag der Pilze

Auto bereits am Morgen parkiert beim Hotel Randolins in St. Moritz. Danach mit dem roten Zügli über Filisur nach Davos gegondelt. Dieser Weg führt ein Stück weit entlang der Via Albula Bernina. Ich bin begeistert von der Landschaft, der räthischen Bahn und der Streckenführung. Dazu bestes Wetter.


Auf das herzlichste Willkommen geheissen im Naturfrundehuus Clavadel von Anne, ihrem kleinen Sohn Basil und Tobias, dem Koch. Wir sind die einzigen Gäste. Tobias war am Nachmittag etwas Pilze sammeln ums Haus. Er brachte Steinpilze und Eierschwämmchen en Masse nach Hause. Die Steinpilze essen wir nachher im Risotto.


27. August Walserhaus Sertigtal Mit der Luftseilbahn aufs Jakobshorn und so Höhenmeter gespart. Gradwanderung mit Aussicht. Obwohl, Aussicht ist ja - ausser bei Nebel - immer bei Gradwanderungen. Jatzhorn Tällifurgga und das unglaublich grüne Sertigtal. Gemütliches 4Sternehotel Walserhof hier. Der Weiler, wie auch das Dorf war früher eine Walsersiedlung.



28. August Sertig - Keschhütte Tag der Murmeltiere

Gemütlicher Start durchs Sertigtal. Ganz in Gedanken, reisst mich ein Pfiff in die Wirklichkeit zurück. Die Murmeltiere sind ganz nah. Ihre Pfiffe und ihre Wachposten begleiten uns fast bis zur Keschhütte.

Über den Sertigpass gekraxelt und runter zu den beiden Miniseen Sur und Lai da Ravais-CH.


Das Ufer ist übersäht mit Wollgras. Eine Schafherde hat sich die Seen auch ausgesucht, um zu rasten. Glücklicherweise weit und breit keine Spur der eindrücklichen Hunde.



Nach der kurzen Mittagsrast (Das Wetter soll schlechter werden) sind wir wieder unterwegs in Richtung Etappenziel Keschhütte. Übrigens, Steinböcke sehen wir erst, als wir durch das Fernrohr von Reto Barblan, dem Hüttenwirt schauen dürfen. Fantastische Tiere. Eindrücklich auch, wie sich der Porchaabella Gletscher in den letzten Jahren zurückgezogen hat.

9. August Keschhütte - Bergün Tag der Fliegenpilze. Eindrücklich auch die Ruhe hier oben. Diese wird nur ab und zu von den beiden Jungs Leo und Maximilian unterbrochen, wenn sie ihrer Begeisterung für die Star Wars Filme lautstark ihren Lauf lassen. Ursina, die Hüttenwirtin erzählt mir von einem Bekannten, der in Athen lebt, und dem es hier fast zu still war.

Wir marschieren los, an den herzigen Hüttenmunggen (Murmeltiere) vorbei in Richtung Bergün. Der Wettergott meint es gut mit uns. Wir haben ja bereits am ersten Tag erfahren, dass es viele Pilze haben soll in den Wäldern. Heute nun ist Fliegenpilztag. Überall stehen die hübschen, roten und unglaublich giftigen Kerlchen herum.

Kurz bevor es anfängt zu regnen, treffen wir in Bergün ein und werden wiederum herzlich empfangen von Frau Cluetta vom Hotel Bellaval. Sie erzählt, dass am kommenden Montag die Jagdsaison beginnt. Zuerst nur für Rotwild und Gämsen. Die Steinböcke haben bis Oktober noch Schonzeit. 400 ausgesuchte Tiere dürfen dann im Kanton Graubünden geschossen werden.



30. August Bergün - Jenatschhütte Tag der Murmeltiere Teil Zwei. Start bei der Bushaltestelle Crap Alv. Den Verkehrslärm der Albulastrecke noch im Ohr steigen wir zu den malerischen Crap Alv Laiets. Den Weg säumen reife Heidelbeeren und Wachholder.

Der Abstieg von der Fuorcla Crap Alv runter ins Val Bever über rund 400 Höhenmeter ist happig. Das Tal aber ein landschaftlicher Traum. Die Strecke zur Jenatschhütte zieht sich hin. Unterhalten werden wir durch die vielen Murmeli unterwegs. Mit etwas Geduld kommen sie wieder aus ihren Löchern und lassen sich fotografieren.

Das Gerücht, dass die Schweizer etwas zurückhaltend seien, wird in den Berghütten klar wiederlegt. Beim sofortigen "du" sind die Abendgesellschaften lustig und unterhaltsam, unabhängig welche Nation am Tisch sitzt.


31. August Wie-finde-ich-den-Weg-Tag 7.30 Uhr sind wir unterwegs. Gestern gab es superleckere Pizokel mit Mangold und viel Käse in der Jenatschhütte. Das muss einfach erwähnt werden. Nun aber trainieren wir die Kalorien vom Vorabend wieder ab. Der Weg führt uns über eine Steinwüste und den Fuorcla Suvretta. In den letzten Tagen gab es nichts zu meckern in Sachen Wegmarkierung.


Hier aber suchen wir immer mal wieder die weiss-rot-weissen Signalisationen. Das bleibt auch so, als wir uns direkt unter der Fuorcla Suvretta an den nicht minder strengen und rutschigen Abstieg durch ein Geröllfeld machen. Wir entscheiden, dass wir auf den 3055 Meter hohen Piz Nair gehen, dort essen (Kaffee) und mit der Bahn nach St. Moritz fahren. So sparen wir uns den Abstieg über 1100 Meter. Wohlbehalten im Hotel Randolins angekommen.


Fazit: Die Hüttentour kann man als Einsteigertour für Leute, die einfach mal ausprobieren möchten, wie das Hüttenleben so ist. Dazu hat man in der modernen Kesch- und in der herzigen Jenatschhütte Gelegenheit. Die Hotels zwischendurch bieten die willkommenen warmen Duschen.

Ausserdem: Wer nie an seine Grenzen geht, erfährt nie, wie weit er gehen kann. Die Tour verlangt dem nicht regelmässig trainierten Menschen ab und zu viel ab. Die einzelnen Etappen aber führen durch fantastisch schöne und menschenleere Landschaften, die wir so nie entdeckt hätten. Und auf den Hütten wird beim Abendessen jeder Tischnachbar zum Freund.




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